Tipps & Tricks: Presse und Öffentlichkeitsarbeit im Verein (Teil III)

15. September 2015 in der Kategorie Tipps & Tricks, Young Stars mit 0

Viele Vereine leisten tolle Arbeit, insbesondere in der Jugend – doch oft weiß kaum einer davon. Verschenktes Potential, denn mit etwas “Werbung” für den eigenen Verein können neue Mitglieder gewonnen oder Spenden generiert werden. Warum die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (PR) so wichtig für Vereine ist und wie ihr sie mit geringen Mitteln verbessern könnt, erfahrt ihr in unserer Tipps- und Tricks Serie “PR im Verein”. Im dritten Teil schauen wir uns einmal die Sozialen Medien an, die im vergangenen Jahrzehnt einen beispiellosen Aufstieg erlebt haben. Sind sie Fluch oder Segen für einen Verein? Lohnt es sich überhaupt?

Die Sozialen Medien – Ein Muss für Vereine?http://www.thinkanddo.de/wp-content/uploads/2015/01/Social_Media_Blume.jpg

Rund 50 Millionen Deutsche sind in den Sozialen Medien aktiv – davon nutzen über 90 Prozent Facebook oder YouTube. Dabei sind die neuen Medien nicht mehr nur eine Platform für junge Menschen – die Kluft der Generationen nimmt ab. Für Vereine heißt das, dass sie einen Großteil ihrer Mitglieder über Facebook, Whatsapp, Instagram und Co. erreichen können.

Pro & Contra – Warum Social Media?

Aber muss das sein? Die einen sehen in den Sozialen Medien die Zukunft, andere sehen sie skeptisch, verweigern die Teilnahme oder verteufeln Facebook & Co. als Verdummung der Bevölkerung. Aber was sind die Vor- und Nachteile für Vereine?

Pro Contra
  •  sehr große Reichweite in allen Altersgruppen à Fokus auf Jugendliche
  • viele Nutzungsmöglichkeiten
  • keine/kaum Kosten
  • Einfach zu erstellen und zu pflegen
  • Direkter Dialog möglich
  • Identifikation erhöhen
  • Veröffentlichungen funktionieren einfach, schnell und von überall
  • Soziale Medien sind sehr zeitaufwendig – Wer pflegt die Kanäle?
  • Nicht alle Vereinsmitglieder können erreicht werden
  • Missbrauch durch Dritte
  • eingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten

Für Tischtennisvereine bieten die Sozialen Medien verschiedene Möglichkeiten. In der Regel ergänzen sie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Kaum ein Verein wird auf seine Website, seinen Newsletter oder seine Vereinszeitung verzichten wollen. Das muss auch nicht sein. Mit den Sozialen Medien kann man vor allem mehr Menschen erreichen. Denn dort halten sie sich sowieso mehrmals täglich auf: „Angeln, wo die Fische sind“.

Inhalte für die Sozialen Medien

Wie etwa ein Facebook- oder Twitter-Kanal befüllt werden, hängt natürlich maßgeblich von der verfügbaren Zeit, bzw. vom Personal ab. Die einfachste Variante ist, Inhalte der Website einfach in den Netzwerken zu teilen oder den Link zu twittern. Aber die Sozialen Medien bieten auch Möglichkeiten, die auf einer Website nicht so einfach und kostengünstig und in einem Printmedium gar nicht möglich sind.

  • stärkere Integration von Fotos und Videos
  • Terminabsprachen (z.B. Doodle)
  • Meinungsumfragen
  • Gewinnspiele, Wettbewerbe
  • Veranstaltungen „erstellen“/ausschreiben inkl. Teilnehmerverwaltung
  • Dialog ist möglich! (Whatsapp, Twitter, Facebook)

Grundsätze der Soziale Medien

Die Sozialen Medien sind neu. Es gelten teils andere Regeln als in den „alten“ Kommunikationskanälen. Das betrifft die Ansprache der User, die Inhalte oder die Betreuung.

  • Präsentiere den Verein/Sport authentisch!screen
  • Sei glaubwürdig, ehrlich und offen
  • Sei aktuell und konstant – Verwaiste Seiten gibt es genügend!
  • Kommuniziere zielgruppengerecht (Ansprache „Du“, viele Bilder & Videos, kurze Texte)
  • Die Inhalte zählen
  • Wähle die richtigen Social-Media-Kanäle (Kosten/Nutzen-Abwägung)
  • Beobachte dein Engagement – Soziale Medien sind schnelllebig (Was interessiert die Nutzer? Was nicht? Welches Soziale Medium ist angesagt?
  • Ein Social Media-Kanal wird nicht von allein bekannt à Multiplikatoren notwendig und andere
    Kommunikationskanäle müssen genutzt werden
  • Es muss einen Social Media-Verantwortlichen geben

Brauch mein Verein Soziale Medien? Und wenn ja, welche?

Eigentlich ist es eine verpasste Chance, wenn man die Möglichkeiten der Sozialen Medien als Verein nicht nutzt. Trotzdem sollte sich jeder Verein überlegen, ob es jemanden gibt, der die Sozialen Medien betreut und aktuell hält. Eine Facebook-Seite aufbauen und diese dann verwaisen lassen ist schlechter, als gar keinen Facebook-Auftritt zu haben. Es gilt immer, die Kosten (vor allem zeitlich) dem Nutzen gegenüber zustellen. Eine geschlossene Facebook-Gruppe für den Verein bringt kaum etwas, wenn nur 5 von 120 Mitglieder dort aktiv sind. Folgende Schritte sollten deshalb durchdacht werden:

1. Was will ich erreichen?
2. Wen will ich erreichen?
3. Welche Social Media-Kanäle eignen sich dafür?
4. Wie hoch ist der, vor allem zeitliche Aufwand, und gibt es jemanden (oder eine Gruppe), der sich darum kümmert?

Ab und an mal im Verein eine kleine Umfrage machen und sich die Statistiken des Social Media-Kanals anschauen hilft natürlich auch. Denn dann kann man die Kanäle den „Bedürfnissen“  der User anpassen und entsprechend weiterentwickeln.

Checkliste Social Media

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Links & Buchtipps

Hier findet ihr eine kleine Linksammlung. Zum Thema Social Media gibt es im Netz jede Menge Beiträge, Leitfäden und Hilfen – auch für Vereine. Da viele davon nur stichpunktartig und sehr kurz sind, haben wir sie hier nicht aufgeführt. Einfach selbst mal googeln. Hilfreich ist es, immer ein kleines Nachschlagewerk im Regal zu haben. Daher diese Buchtipps:

Buchtipps:

Social Media: Der Galileo Verlag hat ein modern gestalteten Leitfaden zum Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in den Sozialen Medien veröffentlicht. Auf über 500 Seiten beschreibt die Autorin Dr. Rebecca Belvederesi wie Social Media funktioniert – und gelingt. Ein großer Abschnitt behandelt auch die Web 2.0-Arbeit in Verbänden. Für 29,99 Euro bei Amazon.

Allgemein: Sehr detailliert auf Pressemitteilung und Schreibstil geht Norbert Franck in seinem Lehrbuch „Praxiswissen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Ein Leitfaden für Verbände, Vereine und Institutionen“ ein. Das Buch bietet viele Hilfen und Tipps konkret für Vereine und Verbände. Für 22,99 Euro bei Amazon.

Links allgemein:

Einführung in die PR (Grupe)

Erfolgsfaktor Öffentlichkeitsarbeit: Ein Leitfaden für die PR-Arbeit von Vereinen und Verbänden (Friedrich-Ebert-Stiftung, 110 S.)

Einführung in die PR (Präsentation von Brain Force Österreich)

Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr euch natürlich wie immer direkt bei uns melden. Wir machen auch gerne PR für euch. Schickt uns einfach Geschichten aus eurem Verein und wir veröffentlichen Sie.

Tipps & Tricks: PR im Verein (I)

Tipps & Tricks: PR im Verein (II)

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